Die Rebjahre

Rebjahr 2018

Die Natur hatte 2017 stark unter der extremen Hitze und der Trockenheit gelitten. Die natürlichen Wasserreserven waren aufgebraucht und die Angst vor heftigen Regenfällen, welche Erosionsschäden verursachen könnten, war gross. Umso grösser war die Erleichterung, als im Dezember die sanften Landregen einsetzten, welche über Wochen dauerten und die Wasserreserven wieder praktisch komplett auffüllten.

Eine weitere grosse Erleichterung brachte der Frühling mit dem Austrieb der Reben. Ungeachtet des Vorjahresstresses strotzten die Pflanzen vor Kraft. Wir sind uns sicher, dass unser Bestreben die Natur ins Zentrum unseres Denkens und Arbeitens zu stellen, absolut richtig ist. 

Nur durch die ganzjährige natürliche Begrünung mit autochthonen Pflanzen, dem totalen Verzicht auf Herbizide und Insektizide, der Reduzierung aller Präparate auf ein absolutes Minimum und der Tatsache, dass unsere Rebstöcke im Chianti Classico ein Durchschnittsalter deutlich über und in der Maremma knapp unter 20 Jahren haben, können wir uns erklären, dass das extreme Jahr 2017 kaum Spuren hinterlassen hat.

Die Blüte und das generelle Wachstum verliefen perfekt. Ab Mitte August waren die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht im Chianti wie auch in der Maremma schon sehr ausgeprägt. Die regelmässigen Nachmittagsgewitter verstärkten diese natürlichen Schwankungen noch, was eine ideale Voraussetzung für die perfekte Reifung der Trauben war.

Die Weinlese begann am 20. August in der Maremma mit den Merlot Trauben für unseren Rosé und im Chianti Classico am 27. August mit dem Sauvignon Blanc. Am 4. Oktober waren alle Trauben gelesen, in der Maremma wie auch im Chianti Classico.

Die weissen Moste haben eine betörende Aromatik und eine perfekte Balance von Säure, Alkohol, Finesse und Frische. Wir sind der Meinung, dass wir nie einen besseren Sauvginon Banc geerntet haben!

Unsere Rotweine haben komplexe Aromen, sind reich an Struktur mit perfekt ausgereiften Tanninen; Weine, die sicher auch für eine lange Lagerung geeignet sind. Im Chianti Classico hat speziell die Merlot-Qualität all unsere Erwartungen übertroffen, aber auch der Petit Verdot in der Maremma bringt uns – wie so oft – zum Träumen.

Unser Fazit: 2018 ist ein fantastischer Jahrgang!

 

Rebjahr 2017 

Was für ein Jahr! Von einem milden Winter, zu einer eisigen Woche Ende April zu einem aussergewöhnlichen heissen und trockenen Sommer hatte dieser Jahrgang einige Tücken zu bieten. Unsere Rebberge haben dieser Extremsituation mit Bravour gemeistert und haben ausgezeichnet Trauben hervorgebracht. Dass wir unser Ziel erreichen konnten liegt sicher an unserer Erfahrung, aber auch daran, dass wir keine jungen Rebberge haben. Wir haben etwa eine Woche früher als gewöhnlich unsere Ernte begonnen und haben sie, wiederum 1-2 Wochen früher als sonst, am 23ten September beendet. 

Wir sind sehr zufrieden mit der Qualität - leider etwas weniger mit der Menge. Die jungen Moste zeigen sich mit einer tollen Frische und enormen Fülle an Aromen.

Rebjahr 2016

Die 2016 Ernte begann am 18. August in der Maremma mit dem Merlot - die Trauben aus welchen unser Rosé, das neueste Brancaia Etikett, gekeltert wird - und endete am 8. Oktober mit dem Sangiovese im Chianti Classico. Wie jedes Jahr ist das Ende der Ernte eine Zeit großer Freude, das Rebjahr abgeschlossen zu haben und die Trauben im sicheren Keller zu wissen. Daneben gibt es auch das etwas melancholische Gefühl, dass wieder ein Jahr vorbei ist.

Das Rebjahr 2016 war von kühlen und heissen Perioden gekennzeichnet. Der Winter war mild wie der Frühlingsbeginn und führte zu einem frühen Austrieb. Gegen Ende April wurde es ungewohnt frisch. Dieser Temperatursturz führte zum Glück zu keinen Schäden an den Reben, sondern nur zu einer willkommenen Verlangsamung des Pflanzenwachstums. Auf den regenreichen und frischen Mai folgte ein besonders warmer Sommer von Juni bis August. Während im Chianti Classico, die grosse Hitze gelegentlich von einem Regenschauer unterbrochen wurde, hatten wir in der Maremma über 2 Monate keinen Tropfen Wasser. Dank der Tatsache, dass das Durchschnittsalter unserer Rebberge in der Maremma über 15 Jahren liegt und wir tiefgründige Böden haben, konnten unsere Pflanzen gut mit dem Wasserstress umgehen. Im September wurden die Nächte auch in der Maremma etwas frischer, was uns zu perfekt ausgereiften Trauben verhalf. Auch im Chianti Classico erreichten wir einen Reifegrad und eine Komplexität beim Merlot, wie kaum je zuvor. Die vereinzelten Regenfälle im September führten beim Sangiovese im Chianti Classico dazu, dass wir verschiedene Selektionen in den einzelnen Lagen machen mussten.

Am Ende hatten wir nicht nur die gewünschte Menge sondern auch die angestrebt Qualität. Wir sind sehr zufrieden, dass unser Arbeitsaufwand und Engagement sich ausgezahlt hat, denn das Niveau der technologischen Reife der Trauben und Polyphenole sind perfekt. Wir haben jetzt alles, was wir brauchen, um im Keller auf dem gleichen Niveau weiter zu arbeiten.

Rebjahr 2015

Dank einem regenreichen Winter, waren die Wasserreserven im Frühjahr komplett aufgefüllt. Dies – gepaart mit einem milden Frühling - führten zu einem relativ frühen Austrieb und in der Folge auch zu einer frühen Blüte.

Das wohl charakteristischste dieses Jahrganges war  jedoch die aussergewöhnlich Hitzewelle im Juli.  Die Temperaturen lagen weit über dem Durchschnitt. Dies und der fehlende Niederschlag im Juli führten dazu, dass sich Insekten und Pilzkrankheiten kaum entwickeln konnten. Trotz dem sehr positiven Effekt dieser Hitzewelle, waren die Abkühlung und der Regen Mitte August essentiell für die Entwicklung der Trauben.

Der Monat September war von sonnigen und windigen Tagen gekennzeichnet mit hohen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Dies waren ideale Voraussetzungen für die perfekte  Reifung der Trauben.

Die Weinlese begann am 18. August in der Maremma mit Viognier und im Chianti Classico  am 30. August mit dem Sauvignon Blanc. Ende September waren alle Trauben gelesen, in der Maremma wie auch im Chianti Classico.

Die weissen Moste haben eine betörende Aromatik und eine perfekte Balance von Säure, Alkohol, Finesse und Frische. Unsere Rotweine haben komplexen Aromen, sind reich an Struktur mit perfekt ausgereiften Tanninen; Weine, die sicher auch für eine lange Lagerung geeignet sind.

Das Fazit: definitiv ein fantastischer Jahrgang!

Rebjahr 2014

Eines steht fest: das Rebjahr 2014 war sehr komplex und hat uns immer wieder aufs Neue herausgefordert. Der Winter war aussergewöhnlich mild und regenreich, so dass die Reben relativ früh austrieben. Die Vegetation -  gefördert durch die regelmässigen Regenfälle und milde Temperaturen -  war kaum zu zähmen. Wir mussten immer wieder auslauben und geizen.
Ende Juli entschlossen wir uns, in der Maremma und schliesslich auch im Chianti Classico die Traubenzonen freizulegen. Wir gingen davon aus, dass die grosse Hitze ausbleiben würde. Sprich, das Risiko, dass die Trauben zu viel Sonne bekommen könnten, haben wir als deutlich geringer eingestuft, als das Risiko, dass sie nicht genügend Sonnenstunden erreichen. Dieser Entscheid, der mit  zusätzlichem Aufwand verbunden war, hat den Trauben nicht nur geholfen, die spärlichen Sonnenstunden optimal zu nutzen sondern auch mit der Morgenfeuchtigkeit besser umzugehen.
Ebenso wichtig,  war unsere Entscheid Ende August. Wir beschlossen, in allen Reblagen eine erste Selektion zu machen. Diese erste Ernte hatte die Idee, nur noch eine reduzierte  Traubenmenge und natürlich möglichste perfekte Trauben pro Rebstock zu belassen. In der Hoffnung, dass diese für mindesten 3 bis 4 weitere Wochen ausreifen konnten.
Glücklicherweise hat sich unser Aufwand gelohnt. Ende September, anfangs Oktober wurde unser Arbeit bei der „2ten“ Ernte mit hervorragendem Traubengut belohnt. Insgesamt können wir auf ein sehr ertragreiches Jahr zurückblicken. Bei den Topgewächsen ist allerdings die Menge deutlich geringer als einem optimalen Jahr.
2014 bewies einmal mehr, dass man in der Toskana - wenn man im Rebberg präsent ist und den Aufwand nicht scheut – auch unter schwierigen Bedingungen tolle Weine machen kann.

Rebjahr 2013

Der Weinlese 2013 war etwas später als gewohnt.

Auf einen regenreichen Winter folgte ein Frühling mit Temperaturen, die unter dem Durchschnitt lagen und den Austrieb verlangsamten. Dies brachte 2 grosse Vorteile:

1.      1. Es verringerte deutlich das Frostrisiko, was vor allem für die Reblagen im Chianti Classico von Bedeutung ist.

2.      2. Es gibt einem etwas mehr Zeit, die ersten Laubarbeiten zu machen. Das wiederum steigert die Qualität der Selektion.

Ab Mitte Juli stieg die Temperatur stark an. Das tolle Wetter und die sommerlichen Temperaturen prägten den gesamten Sommer, ohne zur grossen Hitzewelle zu mutieren.

Im September erlebten wir relativ grosse Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, was zu einer harmonischen und komplexen Ausreifung der Traubenbeeren führte.Wir starteten die Ernte am 30.8 in der Maremma mit dem Viognier und am 15.9 im Chianti Classico mit dem Sauvignon Blanc. Am 4.10 konnten wir zufrieden und entspannt auf ein tolles Rebjahr zurückblicken, welches unsere Erwartungen nicht nur in der Qualität, sondern auch in der Quantität übertroffen hat.

Rebjahr 2012

Das Rebjahr 2012 war durch einen sehr heissen und trockenen Sommer gekennzeichnet. Es hat uns einmal mehr spürren lassen, dass ohne  „Hilfe“ der Mutter Natur nichts möglich ist.
Das Jahr begann mit einem Wasserdefizit aus dem Vorjahr. Im Januar und Februar wurde es endlich kalt und der erwünschte Niederschlag kam in Form von  Schnee. Im Chianti Classico waren die Hügel bis zu 2 Wochen schneebedeckt und sogar in der Maremma hielt der weisse Zauber einige Tage.
Der Frühling war sehr mild und recht regenreich. Doch weder Schnee noch der ausgiebige Frühjahrsregen konnte die Wasserreserven vollständig auffüllen. Ab Juni waren die Tage ausschliesslich schön und  ohne jeden Regenschauer. Dies führte in der ersten Hälfte  August zu einer Verlangsamung im Reifeprozess der Trauben.
Die Tatsache, dass wir zur Zeit keine jungen Rebanlagen haben, unsere Böden alle recht tiefgründig sind und wir in der Maremma bei vielen Rebbergen über ein Bewässerungssystem verfügen, hat uns zweifelsohne diesem extremem Sommer sehr geholfen. So konnten unsere Reben den lang ersehnten Regen Ende August perfekt verwerten.
Das Herbstwetter im September und Oktober war dann optimal: schöne warme Sonnentage und kühle, frische Nächte.
Die weissen Traubensorten und den Merlot in der Maremma ernteten wir wie gewohnt Ende August. Ab den 10. September  ging es mit dem Merlot im Chianti Classico weiter. Am 5. Oktober hatten wir all unsere Trauben im Keller.Das Traubengut war gesund und perfekt ausgereift. Jahrgangsbedingt hatten die meisten Sorten eine verhältnismässig dicke Traubenhaut, welche die extrem hohe Dichte an Polyphenolen in den Mosten erklärt,  genauso wie die rund 15% geringere Ausbeute.
Das Fazit: insgesamt eine tolle Ernte, die grosse Weine verspricht.

Rebjahr 2011

Das Rebjahr 2011 war durch außergewöhnliche Hitzewellen gekennzeichnet, welche immer wieder von kühleren Perioden unterbrochen wurden.
Im Frühling was es sehr warm mit wenig Niederschlag. Anfangs Mai stiegen die Tagestemperaturen bis 30°C. Dies führte zu einem frühen Austrieb. Gegen Mitte Mai wurde es wieder merklich kühler. Diese Abkühlung bewirkte eine Verlangsamung des Wachstums der Rebtriebe, was uns mehr Zeit für die ersten Laubarbeiten gab, die optimal verliefen. Anfangs Juli stieg das Thermometer deutlich über 30°C, doch schon wenig später wurde es wiederum ungewöhnlich frisch. Ende Juli regnet es im Chianti Classico und in der Maremma aussergewöhnlich viel. Dadurch waren alle Wasserreserven vom Grundwasser her komplett aufgefüllt. Diese Tatsache erklärt wohl auch, weshalb die Rebstöcke, die aussergewöhnliche Hitze ab Mitte August ohne grösseren Wasserstress überstanden. Die Tagestemperaturen blieben bis Mitte September bei über 35°C.
Die Ernte begann am 20. August in der Maremma mit dem Viogner. Vom 22.8. bis 24.8. ernteten wir die weissen Trauben aus dem Chianti und kurze Zeit später starteten wir auch schon mit dem Merlot, in der Maremma und im Chianti Classico. Am 27. September schlossen wir die Ernte mit dem Petit Verdot in der Maremma ab.
Der Einfluss der Hitze, der - wie schon erwähnt - nicht mit einem Wasserstress gekoppelt war, hat sich auf die  Pflanzen sehr unterschiedlich ausgewirkt. Dies führte zum Teil zu unterschiedlichen Ausreifungen in den einzelnen Reblagen. Das bedeutete wiederum einen deutlich höheren Aufwand bei der Ernte und führte dazu, dass wir in den meisten Lagen zweimal ernteten und bei einigen sogar drei Auslesen machten.
Aus heutiger Sicht hat sich dieser Aufwand gelohnt. Wir haben Moste die atemberaubend sind, vor allem die spät ausreifenden Sorten konnten in diesem Jahr nochmals an Komplexität zulegen. Die Weine sind generell von einer extrem hohen Dichte an Polyphenolen geprägt.

Rebjahr 2010

Aus meteorologischer Sicht hatten wir im Jahr 2010 konstante Temperaturen, welche unter dem langjährigen Durchschnitt lagen.
Dem harten Winter folgte ein kühler und regenreicher Frühling. Dies  führte zu einem späten Austrieb und Blüte. Auch im Sommer blieb die grosse Hitze aus. Selbst der August war eher kühl und verzeichnete einige Niederschläge. Dieser Wetterverlauf führte zu einer äusserst unproblematischen Ausreifung der Trauben in der Maremma, da der normale Hitze- und Wasserstress ausblieb. Im Chianti-Gebiet machten wir uns grosse Sorgen, ob unsere Trauben die perfekte Reife erreichen würden bevor die üblichen Herbstniederschläge einsetzen würden. Im September und Oktober erlebten wir jedoch einen perfekten Herbst. Das Wetter war schön, tagsüber fast sommerlich warm, während es in der Nacht sehr frisch wurde. Die Ernte begann rund 2 Woche später als normal. Nachdem die weissen Trauben und  der Merlot gelesen waren, stoppten wir für weitere 10 Tage, um bei den verbleibenden Traubensorten die optimale Reife zu erreichen.
Am 6.10 waren alle unsere Trauben im Keller. Das Resultat hat all unsere Erwartungen an den schwierigen Jahrgang klar übertroffen. Dank unserer intensiver Arbeit im Rebberg und dem perfekten Herbst konnten wir reifes und gesundes Traubengut ernten. Und die Polyphenole waren sogar aussergewöhnlich hoch.

Rebjahr 2009

Das Jahr 2009 war von durchschnittlichen Temperaturen und Niederschlägen geprägt. Die Wassereserven des Bodens konnten sich daher optimal auffüllen.
Dank des eher heißen und trockenen Sommers war die Entwicklungsmöglichkeit von Pilzkrankheiten so gering, dass die Zahl der Spritzungen deutlich reduziert werden konnte. Ab Mitte August setzten große Schwankungen zwischen Tag- und Nachttemperaturen ein; ein Fakt, der für die perfekte Ausreifung der Trauben äusserst hilfreich war. Die Trauben erreichten eine perfekte physiologische Reife, eine  gute Säurestruktur und große aromatische Komplexität.

Rebjahr 2008

Der Jahresverlauf war sehr speziell. Im Winter setzten die lang ersehnten Regenfälle ein, die sich bis weit in den Frühling hineinzogen. Vor allem von Mai bis Juni hatten wir häufige Regenfälle und Temperaturen, die deutlich unter den Durchschnitteswerten anderer Jahre lagen. Dies führte zu einer suboptimalen Blüte und erhöhte das Risiko von Peronospora und Oidium sehr stark. Anfangs Juli wurde das Wetter traumhaft und blieb es bis spät in den Oktober hinein.  So konnten die Trauben, wie erhofft, wachsen und perfekt ausreifen. Dass heisst: trotz einem schwierigen Frühling und einem außergewöhnlich hohen Druck vom Wild erreichten wir in allen Rebbergen, die Qualitäten und Quantitäten, die wir angestrebten hatten.
Wir begannen die Ernte Ende August mit dem Merlot und beendeten sie Mitte Oktober mit dem Sangiovese auf Poppi. Die Erntebedingungen waren hervorragend; die Trauben sehr gesund und perfekt ausgereift. Unter solchen Umständen zu arbeiten, machte Freude. Wir konnten eigentlich jeden Rebberg zu seinem optimalsten Lesezeitpunkt ernten. Die Weine überzeugen dementsprechend durch eine ausgezeichnete Balance von Farbe, Säure, Alkohol und Gerbstoffen.

Rebjahr 2007

Der Winter war sehr mild, die Temperaturen lagen über dem Durchschnitt, dies führte zu einem frühen Austrieb. Die Trockenheit in den Wintermonaten wurde durch gelegentliche Regenschauer im Juli und August wettgemacht. Im August, wie auch im September waren die Temperaturunterschiede von Tag und Nacht sehr ausgeprägt. Dieser Umstand favorisierte eine  reiche Aromenbildung der Trauben.
In der Maremma begann die Ernte am 24 August mit dem Merlot, im Chianti Classico Gebiet ebenfalls mit der Merlot-Traube am 31 August. Dies ist rund eine Woche früher, als gewohnt. Anfangs Oktober schlossen wir die Ernte mit dem Sangiovese ab.
Die Trauben waren alle sehr gesund und gut ausgereift. Zuckergehalt und Säure sind ausreichend, wie auch ausgewogen vorhanden, während die Polyphenolgehalt sogar außergewöhnlich hoch sind. Die Weine zeigen sich sehr reich an Farbe, weichen Taninen und einer großen Struktur.

Rebjahr 2006

Der Winter war eher kühl. Die Temperaturen bewegten sich lange um den Gefrierpunkt. Auch der Frühling begann sehr frisch, was zu einem verzögerten Vegetationsbeginn führte. Dies hat insbesondere im Chianti Classico Gebiet den Vorteil, dass sich die Gefahr von Frostschäden im Frühjahr wesentlich reduzierte.
Ab Mai stiegen die Temperaturen. Der Juni und insbesondere der Juli waren sogar sehr warm. Die Sonne und die regelmässigen Regenschauer förderten das Pflanzenwachstum perfekt, so dass die Vegetationsverzögerung vom Frühjahr bald wettgemacht war. Das Wetter anfangs August war von starken Regenschauern und frischen Temperaturen gekennzeichnet. Ab Mitte August wendete sich das Blatt erneut und es begann eine perfekte, kaum endenwollende Reifephase für die Trauben. Die Temperaturen waren tagsüber angenehm warm und in der Nacht etwas frisch. Dieser Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht begünstigte die Aromenbildung der Trauben in hohem Masse.
So präsentierte sich das Traubengut in perfektem Gesundheitszustand, mit einem nahezu idealen Verhältnis von Haut und Fruchtfleisch, hohem Zuckergehalt und ausgeprägter Säure.
Die Jungweine zeichnen sich durch eine unheimlich dichte Farbe aus, sind reich an Alkohol, der sehr gut mit den Säuren und den Tanninen harmonisiert. Die Weine verfügen über eine grosse Struktur, die auf eine lange Lagerfähigkeit schliessen lässt.
In der Maremma fing die Ernte am 28 August mit dem Merlot an, in der zweiten September-Woche wurde der Sangioves geerntet, gefolgt vom Petit Verdot und dem Cabernet Sauvignon. Am 28. September konnten wir eine tolle Ernte abschliessen.
Im Chianti Classico begannen wir die Ernte am 6. September in einem jungen Merlot-Rebberg. Nach einer kurzen Pause nahmen wir am 11 September die Ernte mit den älteren Merlot-Rebergen wieder auf, gefolgt vom Sangioves. Am 4. Oktober schlossen wir mit dem Cabernet Sauvginon eine Ernte ab, die in jedem Sinn unsere Erwartungen übertroffen hat.

Rebjahr 2005

Im Jahr 2005 war der Winter schnee- und regenreich und somit war die Wasserspeicherkapazität des Bodens maximal genutzt. Der März war etwas kühler als normal, was einen leicht verzögerten und etwas heterogenen Austrieb zur Folge hatte.
In den Monaten April und Mai konnte dieser kleine Rückstand wieder wettgemacht werden. Der Ertrag war jedoch, vor allem im Vergleich zum Vorjahr, deutlich geringer. Dies hatte auch einen Vorteil: wir mussten kaum eine zusätzliche Ertragsregulierung vornehmen. Juni und Juli waren warm und sehr trocken, die Trauben entwickelten sich hervorragend. Diesem sehr gesunden Traubengut konnten daher auch die eher frischen Temperaturen und regelmässigen Regenfälle im August nichts anhaben.
In der Maremma begannen wir die Ernte am 29. August mit dem Merlot, gefolgt vom Sangiovese, Petit Verdot  und nach knapp 5 Wochen schlossen wir die Lese mit dem Cabernet Sauvignon ab.
Im Chianti Classico war der Erntebeginn am 5. September. Wir begannen mit dem Merlot und schlossen nach 3 ½ Wochen mit dem Cabernet Sauvignon ab.
Im Keller liegen sehr schöne, harmonische Jungweine, die jetzt schon über eine aussergewöhnliche Eleganz verfügen. Die schöne frische Frucht wird von den moderaten Alkoholwerten perfekt eingebunden.

Rebjahr 2004

Das Rebjahr 2004 hatte bis in den Frühsommer immer ausreichend Wasser. Dazu trugen überdurchschnittliche Schneefälle und später regelmässige Regenschauer bei. Die Pflanzen konnten so Blätter und Trauben im Überschuss produzieren. Dies bedeutete natürlich zusätzliche Arbeit beim Ausgeizen, sowie bei der Traubenausdünnung. Wir mussten bis zu drei Mal pro Rebfläche Ausdünnen, um den angestrebten Ertrag von 5.500kg/ha nicht zu überschreiten. Die optimale Reife zog sich bis in den Oktober hin. Um einen Botrytisbefall durch den Morgentau vorzubeugen, wurden alle Rebflächen in der Traubenzone entlaubt.
Im Chianti Classico starteten wir die Ernte Ende September mit dem Merlot und schlossen in der zweiten Oktoberwoche mit dem Cabernet Sauvignon ab. Die lange Reifezeit beschenkte uns nicht nur mit ausreichend Zucker, sondern auch eine Fülle an Aromen, Farbe und Tanninen.
In der Maremma war der natürliche Wasserhaushalt für unsere Reben perfekt. Der sonst übliche Wasserstress blieb aus. Die Trauben konnten sich optimal entwickeln und ausgewogen ausreifen. Die Ernte begann Ende August und schloss vier Wochen später mit dem Sangiovese ab.
Das Rebjahr 2004 war sehr arbeitsintensiv, aber der „Mehraufwand“ hat sich 1:1 in der Traubenqualität nieder geschlagen.

Rebjahr 2003

Der Winter war gekennzeichnet durch starke und häufige Regenfälle, die sich bis in den Frühling zogen. Da viele  Knospen anfangs April erst aufgequollen war, konnte der Frost von der Nacht des 6ten auf den 7ten April keine grossen Schäden anrichten.
Durch die konstant warmen Temperaturen ab mitte Mai und die reichen Wasserreserven, entwickelten sich die Reben hervorragend. Ab Juli hatten wir oft 35 bis 40°C, doch glücklicherweise hatten wir auch regelmässig punktuelle Gewitter, die den Wärme- und Trockenheitsstress etwas verminderten.
Wir mussten ende Juli noch zusätzlich den Ertrag reduzieren, damit wir ein optimales ausreifen der Trauben gewährleisten konnten.
Die Weinlese begann am 26 August mit dem Merlot. Vier Wochen später schlossen wir mit dem Cabernet Sauvginon ab. Die Trauben waren optimal reif, die Rappen verholzt, die Beeren gesund mit einem hohen Zuckergehalt, guten Säuren und sehr hohen Polyphenolen.
Wir erwarten sehr schön, ausgewogene und terroirtypische Weine.

Rebjahr 2002

Das Weinjahr 2002 wurde durch einen regenarmen Winter und Frühling gekennzeichnet. Glücklicherweise kam es im Mai zu den erwünschten Regenfällen, die die Wasserreserven des Bodens auffüllten. Das ermöglichte den jungen Trieben einen normalen Reifeprozess.
Der trockene Juni hat eine Verlangsamung des Vegetationsprozesses ausgelöst. Die Reifung lief normal ab, trotzt der über den ganzen Sommer andauernden Regenfälle, welche die Entwicklung von Botrytis begünstigt haben. Durch starkes Ausdünnen, um den Trauben die grösstmögliche Luftzufuhr zu ermöglichen, konnten wir dem Botrytisdruck rechtzeitig entgegenwirken. Der September war anfänglich von reichlichen Niederschlägen geprägt. Danach folgten sonnige Tage mit grossen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Der Ertrag belief sich durchschnittlich auf ca. 5500 kg/ha.
Die Trauben weisen einen hohen Zuckergehalt und intensive Aromen auf. Wir sind zuversichtlich auch mit dem Jahrgang 2002 Top Weine produzieren zu können.

Rebjahr 2001

Das Jahr 2001 war von einem milden, regenreichen Frühling gekennzeichnet. Das führte zu einem vorzeitigen Vegetationszyklus, der auf Brancaia bereits Mitte März einsetzte. In der Nacht vom 14. April sanken die Temperaturen abrupt unter den Nullpunkt: In exponierteren Lagen erfroren teilweise die jungen Knospen, was für viel Aufregung sorgte. Zum Glück leiteten die vom Frost betroffenen Rebstöcke einen neuen Knospenaustrieb ein. Obwohl diese Knospen weniger ertragreich sind, konnte man durch ein gemässigtes Ausdünnen der Trauben den Durchschnittsertrag bei ca. 5500 kg/ha halten. Die starken Regenfälle im Frühling haben die Bildung von ausreichenden Wasserdepots im Boden begünstigt. Dies ermöglichte den Pflanzen, den besonders heissen und trockenen Sommer ohne grosse Probleme durchzustehen. Ende August folgten auf heisse Tage kühle Nächte. Dies bildete zusammen mit leichten Regenfällen die Grundlage für zuckerreiche und aromatische Trauben. Die Weinlese begann am 7. September auf Brancaia mit dem Merlot und wurde mit dem Sangiovese am 4. Oktober auf Poppi beendet.
Die 2001er Weine sind körperreich, mit komplexen Aromen, guter Struktur und hohem Trockenextrakt. Qualitativ ist der Jahrgang 2001 vielversprechend.

Rebjahr 2000

Die Weinlese 2000 auf Brancaia war von einem verkürzten Vegetationszyklus geprägt; ausgelöst von einem milden Frühling, vor allem aber von der grossen Hitze Mitte August. Der Austrieb begann in den ersten zehn Apriltagen. Die Fruchtbildung fing auf Brancaia Ende Mai an und war bis zum 10. Juni auch auf Poppi beendet.
Die Lese begann auf Brancaia am 31. August mit dem Cabernet Sauvignon und wurde am 29. September mit dem Sangiovese abgeschlossen. So blieb Brancaia von den starken Regenfällen verschont, welche die Toskana ab Oktober heimsuchten.
Aufgrund der hohen Temperaturen gegen Ende August wurde zunächst befürchtet, die Moste könnten eine exzessive Konzentration auf Kosten einer ausgeglichenen Reife erreichen. Diese Sorge erwies sich als unbegründet.
Der Ertrag erreichte nur 70% der durchschnittlichen Erntemenge. Die 2000er Weine weisen einen Alkoholgehalt von rund 13l%vol auf und haben eine intensive Farbe und Struktur. Ihre Aromen sind ein typischer Ausdruck des Chianti Classico-Terroirs.

Rebjahr 1999

Ein klimatisch gleichmässiger Winter ohne grössere Kälteperioden im Januar und Februar und mit vielen sonnigen Tagen hat die Arbeit im Weinberg - den Beschnitt, die Düngung und die Bodenbearbeitung - begünstigt. Der Austrieb der Reben erfolgte in der ersten Aprilwoche. Der meteorologische Frühlingsverlauf mit für diese Jahreszeit üblichen Temperaturen und gleichmässigen Niederschlägen führte zur Bildung einer Wasserreserve im Boden. Das war besonders wichtig, um den regenarmen Sommer im Chianti gut zu überstehen. Die Sommertemperaturen, die nicht zu hoch waren, haben eine regelmässige Rebenentwicklung bis zum Farbumschlag der Trauben anfangs August gewährleistet. Ende August kam es dann zu einigen willkommenen Regenfällen, welche die Wasserdepots des Bodens auffrischten. Der September war trocken und von grossen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht gekennzeichnet. Dies ermöglichte eine gesunde und perfekte Reifung der Trauben.
Die Lese hat mit dem Merlot auf Poppi am 8. September begonnen und wurde am 1. Oktober mit dem Sangiovese ebenfalls auf Poppi abgeschlossen. Der Ertrag belief sich auf ca. 5.500 kg/ha (38 hl/ha).
Trotz des hohen Zuckergehalts im Most verlief die Gärung dank der Temperaturkontrolle und des Einsatzes von selektierten Hefen problemlos.
Die Ernte 99 war äusserst erfolgreich. Die Brancaia-Weine dürften die bisher besten sein.

Rebjahr 1998

1998 war ein Jahr mit extrem hohen Temperaturen. Die hohen Werte im Februar und März führten zu einem frühzeitigen Beginn der Vegetationsphase bei den Reben. Auf Brancaia erfolgte die Knospenbildung beim Sangiovese bereits Ende März. Glücklicherweise blieben die Temperaturen im April mild, was die beim frühzeitigen Austrieb sehr grosse Frostgefahr bannte. Der ganze Frühling war von reichlichen Niederschlägen gekennzeichnet. Von Anfang Juni bis zur Weinlese allerdings blieben die Regenfälle aus. Die zweite Augustwoche sorgte für besondere Aufregung, denn die Temperaturen erreichten 38°C! Dank der guten Wasserspeicherkapazität des Bodens und der Blattausdünnung blieben aber die Pflanzen von der befürchteten Unterbrechung der Reifephase verschont. Ab Anfang September sanken die Temperaturen und es kam zu einigen Regenfällen. Aufgrund dieser meteorologischen Bedingungen war der Lesebeginn sehr früh. Die Lese des Merlots begann auf Brancaia am 10. September und wurde am 7. Oktober auf Poppi mit dem Sangiovese abgeschlossen.
Der Most wies einen hohen Zuckergehalt, eine intensive Farbe und einen erhöhten Gehalt polyphenolischer Substanzen auf. Unter diesen Voraussetzungen konnte man 1998 trotz des untypischen Sommerverlaufs grosse Weine von ausgeprägter Typizität erzeugen.